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Monkey Jumble 2015 aus Sicht Team Nemo Featured

... und speziell aus der Sicht Schlagmann vorne links

Die Geschichte des Monkey Jumble 2015 begann dieses Jahr sehr früh oder sogar noch früher. Bei der Besprechung der Neckardrachen -Saisontermine stellten wir schnell fest, dass sich die beiden wichtigsten Termine überschneiden.

Die EM in Divonne und der Anmeldetermin für den Monkey Jumble, was tun??? Aber wir wären ja nicht die Neckardrachen, wenn wir nicht auch dafür eine Lösung hätten. Nachdem wir im letzten Jahr feststellen mussten, dass die Internetleitungen im Saarland wohl schneller sind, als im Ländle, wollten wir dieses Jahr, mit einer aus verschiedenen Regionen, gleichzeitig, gestarteten Anmeldeattacke unsere Chancen auf gute Startplätze verbessern. Durch die sehr guten Kontakte unseres Cäpt`n Blaubert in die Landeshauptstadt, gelang es uns, einen paddelnden Computerspezialisten mit Highspeed Internet zu finden, der für uns, die mitternächtliche Anmeldung übernahm, während wir uns gleichzeitig in Divonne um die französischen Weinvorräte und natürlich um die EM Medaillen kümmerten. Danke Henning für deinen Support. Bei der Namensgebung hatte Cäpt`n Blaubert wohl seherische Fähigkeiten (aber dazu später noch mehr). Chicken Run war klar, traditionelles Mädelsboot mit ein paar wenigen Männern, welche schön den Schlag halten, und die Mädels bei ihrer Performance nicht so sehr behindern, wie das sonst bei unseren Neckardrachen -Mixedbooten so üblich ist. Aber wie kam er auf „Team Nemo“, dass wusste bis zu diesem Zeitpunkt nur Einer.

Nach dem taktischen Verwirrspiel aus 2014 war klar, wir wollten wieder angreifen und uns unter den wachsamen Augen des frechen Affenkönigs Sun Wukong (oder war das Thilo da unter der Brücke??), den Zauberstab vom Team Drag Attack zurückerobern. Aus diesem Grunde rückten wir mit einer ganzen Armada an, 5 Neckardrachenteams wurden für das Rennen angemeldet.

Im Vorfeld der Regatta war es so, wie es eben immer so ist…..Kurzfristige, gesundheits- (oder wieder einmal kommunalpolitisch) bedingte Absagen, ließen unsere anfangs üppig (qualitativ und quantitativ), bestückte „Ersatzbank“, wie Butter in der Sonne dahinschmelzen. Dies alles war noch kein Problem, hatten wir doch sogar Baden-Württembergische Drachenboot-Meister(innen), die wir da einwechseln konnten, um unsere Boote anzuschieben. Das größte Problem war, dass unser paddelnder Langstrecken-Motor Uli auf der anderen Seite der Erdkugel im Trainingslager war. Dieser Umstand war auch noch nicht so schlimm (es wurden keine Mühen gescheut und Ersatz aus Moskau von den Seven Hills engagiert, …danke Aleksey), dies musste das restliche Team Nemo mit hartem Training und asketischem Lebensstil ausgleichen. Schlimmer war, dass Helga sich mit auf den Weg gen Süden gemacht hat, um ihn zu begleiten, oh Schreck…….. Ohne Helga und dazu noch ohne Zaubertrank, konnte das gut gehen?? Trotz der dadurch nicht optimalen und auch ungewohnten Wettkampfvorbereitung, machten wir uns auf den Weg nach Saarbrücken. Bei der Teamzusammenstellung (während der Fahrt nach Saarbrücken), wurde dem TC klar, die Breitensportregelung des DKV mit nur sechs paddelnden Frauen, kommt dem Team Nemo nicht entgegen, uns fehlen da zwei Frauen für den Antrieb (oder Auftrieb). Sollten wir Chicken Run schwächen und noch zwei Männer von „Team Nemo“ zu „Team Chicken Run“ transferieren, dies erschien dem TC jedoch gegenüber Chicken Run als unfair….. Augen zu und durch

Wir lassen es wie es ist.

Nach der Ankunft in Saarbrücken wurden kurzerhand die Boote präpariert, die Pumpen installiert und die Schöpfer verteilt.

Nachdem es dann auch noch No(bert) geschafft hatte den Weg nach Saarbrücken zu finden (dieses Jahr fast rechtzeitig), konnte es losgehen. Teams einteilen, kurze Ansage des TC, umziehen und ab in die Boote. Bei der Startaufstellung wurde es dann sichtbar, die Saarländer haben doch schnelleres Internet, als wir im Ländle, unser „bester“ Startplatz war Team Chicken Run auf Platz 20…… der Rest dahinter weit verteilt.

Die Startmusik wurde eingespielt, wir haben noch Zeit (dachten wir), warum geht Chicken Run schon in Startstellung? Wir haben doch noch nicht 14:30 Uhr….. Dann der Knall, uiiiiii das war aber überraschend, war das die Lösung unseres Internet Rätsels?? Im Saarland gehen die Uhren vor, waren die Saarländer deshalb so schnell beim Anmelden?? Egal, da denken wir später drüber nach, denn dies war der Startschuss, andiamo, jetzt geht`s los

Start war durch die überraschend frühe Terminierung etwas suboptimal, aber es läuft, mit Volldampf über die Startlinie. Apropos es läuft, da sind mächtig große Wellen vor und neben uns, die laufen zuerst einmal in unser Boot, egal Pumpe läuft, Schnaupi ist an Bord (ein nachweislich sehr guter Schöpfer), da kann ja nix passieren. Dann um die erste Kurve nach rechts herum, Chicken Run im Visier (läuft etwas zäh heute, ist wohl nicht nur Schnaupi am Schöpfen denkt sich der Schlagmann links). Holger macht schön Platz, da können wir schön zwischendurch,…….. doch was ist das?? Die Kreuzwelle von Chicken Run und ihren linken Nachbarn läuft einmal komplett über unser Boot und füllt uns ab. Naja denkt sich der Schlagmann links, evtl. muss, bzw. sollte Schnaupi mal jemand fragen ob noch einer mitschöpft, und der Rest paddelt weiter. Überraschender Weise kamen die Wasserstandsmeldungen von Tom (beginnend schon vor der Startlinie), nun in immer kürzeren Abständen, und mit immer höher liegenden, menschlichen Körperteilen als Pegelmesser, als Info aus dem Hinterschiff. Egal, immer noch weiter…..

Jetzt wird es aber immer zäher, Schlagzahl hoch? Schlagzahl runter? Die Schlagreihe war etwas ratlos, ob der ungewohnten Situation, kurzfristig hilfreich eine Druckerhöhung, der noch paddelnden Besatzung, (waren aber nicht mehr soviele). Chicken Run hatte uns zwischenzeitlich von der Welle geworfen. Es kamen immer mehr Boote, die uns überholten. Was war da los? Jetzt kam es ganz dicke…. .No(Bert) setzte mit seinen Langstreckenmonstern zum Überholen an. Alles halb so schlimm, dachte sich der Schlagmann links, da ruhen wir uns auf der Welle aus, machen das Boot leer und vor der Wende hängen wir sie ab Doch was war das?? Die Welle läuft über unser Boot und zieht an uns vorbei, immer noch nicht schlimm, die sitzen bestimmt auf einer Welle und ……. Doch es war anders, sie sind die Welle……!

Oh je, so fallen wir immer weiter ab, das Boot fährt aber heute auch sehr unruhig……

Da kommt die Wende, innen rum und noch ein paar Boote überholen, klappt gut. Von Caro kommt die Meldung „da sind welche hinter uns gekentert…..“ Oh je die Armen, ist bestimmt kalt in der Saar.

Nach der Wende raus und wir können sogar erstmals nach langer Zeit wieder Plätze gut machen, läuft aber immer noch sehr zäh…… Chicken Run, No(Bert) mit den Langstreckenmonstern und auch die Premier Neckardrachenboote sind außer Sichtweite. Jetzt kommen uns die Motorboote, welche dem gekenterten Boot zur Hilfe eilen, entgegen. Uiiiiii machen die Wellen……. Wasserstandmeldung: „Wade“ ??? Hat er wirklich Wade gesagt??? Dann geht es ganz schnell, aus dem anfänglich koordinierten, erholsamen Schöpfen von Schnaupi und der Schöpfcrew wird ein hektisches, unkontrolliertes Schöpfen… Hat sich da etwa jemand verschöpft?? Wenn man(n) aber auch nicht alles selbst macht J

Dann der Ruf: „Harry, wir sinken, …tauchen Harry…..“ Blubb, blubb, blubb.

Kurz umschauen, sind alle da? Und natürlich aufpassen, dass die nachfolgenden Boote uns auch sehen. Die Steuerleute, der hinter uns liegenden Boote, haben die Situation voll erkannt und fahren schön an uns vorbei. Ein paar aufmunternde Worte der paddelnden Kollegen an die Schwimmer und weg sind sie alle. Schnell raus aus dem kalten Wasser, Sitzkissen, Paddel und sonstige Utensilien zusammensammeln. Taktik der Rennsituation anpassen. Ein Motorboot kommt uns zur Hilfe, sie haben leider nur einen (wirklich sehr kleinen) Herings-Eimer für uns übrig. Was tun? Schöpfen, das könnte mit diesem Eimer noch ne ganze Zeit dauern. Doch wir haben ja bei unserer Teamzusammensetzung an (fast) alles gedacht. Es sind Paddler, Trommler, Steuermänner, Schöpfer, Kapitäne,…… alles an Bord und natürlich auch Männer (und natürlich auch Frauen) mit Ideen und noch ausgeprägterer Motivation mit dabei. Diddl baut kurzentschlossen die Trommel ab, zuerst dachten die Neckardrachen am Ufer, (fast alle) er will uns musikalisch die Zeit vertreiben, bis Aleksey das Boot mit dem Eimerle (schwäbische Verniedlichung), so in ca. 2 Stunden leergeschöpft hat. Doch nein, ein Mann der Tat dieser Diddl, mit der Trommel wird das Boot leergeschöpft. So geht es dann doch recht schnell und das Boot erscheint mehr und mehr wieder an der Wasseroberfläche. Zu diesem Zeitpunkt kommt auch unser rasender Reporter Erich und die Vollblutbetreuerin Bibi aus dem Gebüsch gehüpft, um die Crew moralisch und mit dem Angebot für trockene Kleidung zu unterstützen. Was nun? Leer machen und schnell runter paddeln und raus zum Umziehen? Nachdem alle wieder im Boot sitzen, wird einstimmig (naja, fast einstimmig) beschlossen, das Rennen trotz der knapp 20 minütigen Pause und mit, voll mit Wasser gefüllten Luftkammern, fortzusetzen. Ziel war es, schnell bis zum Anleger zu fahren und den fröstelnden Käpt`n Blaubert auszusetzen. Doch was wäre das für ein Käpt`n, der zuerst sein Schiff verlässt, dass gab es bisher nur selten in der Geschichte der modernen Seefahrt, also auch nicht bei uns. Nachdem wir mit zehn harten Schlägen unser Boot wieder auf Reisegeschwindigkeit hatten, war niemandem an Bord mehr kalt…

Naja der Schlagmann links hatte sich noch sein Windbreaker übergeworfen und die Spritzdecke wieder angezogen ;-). Käpt`n Blaubert fand seine eigene Idee, sich kurzfristig von seiner Crew zu trennen und das Rennen vom Ufer aus, mit einem warmen Tee anzuschauen, auch nicht mehr so gut. Popeye lehnte das Angebot von Bibi auch ab, sich eine Daunenjacke zum Paddeln überzuziehen. So nun war alles wieder gut und vor allem fast jedem wieder warm.

Wir bringen die Sache gemeinsam zu Ende. Was für ein Team, dieser Wille, nach 20 Minuten Kälte, ins Boot einsteigen und die Verfolgung der enteilten Konkurrenz aufzunehmen. Die anderen Boote kamen uns entgegen, dies motivierte uns noch mehr, mit schönem, hartem Schlag ging es den anderen Booten hinterher. Hoffentlich haben die die Wenden noch nicht abgebaut.

Mit so einem Team im Rücken kann man nicht aufgeben, wir gewinnen gemeinsam, wir saufen gemeinsam ab, mehr oder weniger schöpfen wir gemeinsam das Boot leer, wir motivieren uns gegenseitig und wir bringen die Sache gemeinsam zu einem guten Ende.

Die Zuschauer am Ufer feuern uns bei unserem Kampf auf dem letzten Platz an, sie honorieren unseren Einsatzwillen. Bei der Zieldurchfahrt hören wir den Applaus der Zuschauer und die motivierenden Zurufe unserer Neckardrachen Teamkollegen. Nur noch knapp 3 Minuten Rückstand. Respekt.

Wir sind Finisher beim Monkey Jumble 2015, Platz 27 in der Sportklasse. Wir sind stolz!

So etwas haben wir noch nie erlebt, es schweißt uns richtig zusammen und es war ein unvergessliches Erlebnis für alle Beteiligten.

Glückwunsch auch an die Drag Attack aus Wuppertal, die dieses Jahr den Monkey Jumble überdeutlich für sich entscheiden konnten. Aber auch an die Neckardrachenteams, die auf den Plätzen 3, 4 und 5 sich sehr gut im vorderen Feld platzieren konnten, und natürlich einen riesigen Respekt vor dem Team Chicken Run, Platz 14 mit einem „Frauenboot +“

Danke an das Orgateam, ihr habt es geschafft den Monkey Jumble, als die wahrscheinlich beste und größte Drachenboot-Langstreckenregatta zu etablieren. Mit euren immer wieder neuen Ideen seid ihr auch eine Inspiration für alle anderen Veranstalter. Danke für eine tolle Regatta und danke, dass ihr die Wenden noch nicht abgebaut habt, bis wir dann auch endlich mal eingetroffen sind.

Wir kommen wieder, versprochen  

Monkey Jumble 2016 findet wieder mit den Neckardrachen statt.

Ach was ich noch sagen wollte, unsere Kreativabteilung arbeitet schon an neuen Teamnamen für das Rennen in 2016, die Langstrecken DM im April 2016 werden wir nutzen, um uns für den Monkey Jumble warmzufahren

Bis nächstes Jahr, der Kumpel von Käpt`n Blaubert

 

Und es war wieder einmal alles so oder so ähnlich wie hier beschrieben ;-)

 

Der direkte Link zum Video auf YouTube:

Team Nemo

 

 

 

Last modified onSunday, 29 November 2015 15:04
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