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EDBF Club-EM 2015 in Divonne Featured

Divonne les Bains (Frankreich), 31.07. – 02.08. 2015

Um es vorweg zu nehmen: Die diesjährige Club-EM der EDBF war eine tolle Veranstaltung! Hervorragend durchgeführt an einer schönen Location, nicht weit von Genf und mit Blick auf das Montblanc-Massiv. Herzlichen Glückwunsch an die Veranstalter.

Und dabei hatte es im Vorfeld ganz anders ausgesehen: Es musste nach der Absage von Budapest als Veranstaltungsort kurz vor Weihnachten ein neuer Ausrichter gefunden werden. Die Entscheidungen und Informationen kamen spät und selbst am Anreisetag waren noch eine ganze Menge Fragen offen.

Das Gros der Neckardrachen reiste am Donnerstag vormittag an, für 13 Uhr war das erste Training geplant. Hier konnten die Paddler einen Überblick über die örtlichen Verhältnisse gewinnen (Marshalling, Einstiegsbereich, Regattastrecke) und erstmals die Peisheng-Boote testen, mit denen der Wettbewerb ausgefahren wurde. Die Strecke war gut, der Einstieg etwas Mergozzo-Style (aber auch das hatten die Neckardrachen ja ausgiebig geübt) und mit den Booten kam man auch gut zurecht. Lediglich die Schlagleute (recht nahe an der Trommel) und die letzte Bank (schmaler als gewohnt) hatten etwas Platzprobleme.

Am Abend wurden dann bei der Eröffnungsfeier die Drachen getauft und die Augen, die beim Training noch verbunden waren, enthüllt und ausgemalt. Alle Boote waren beteiligt und schwammen am Ende der Zeremonie in einem Meer aus Rosenblättern.

Die zweite Trainingseinheit am Freitag morgen diente der letzten Abstimmung der Boote und war gleichzeitig die letzte Belastung vor dem Beginn der Regatta.

Die Neckardrachen starteten in den Klassen Premier, Senior A (Ü40) und Senior B (Ü50) über 200m, 500m und 2000m im Standard Boat (20 Paddler) und im Small Boat (10 Paddler) mit den Mannschaften Open, Mixed und Women. Im Juniorenbereich hatten die ND keine Mannschaft am Start.

Und dann ging es los: Im zweiten Rennen um 14:40 waren die ND Premier Mixed am Start. Und hier zeigte sich auch schon, wer die harten Gegner waren:  Die von anderen Regatten bekannten Teams aus Russland (besonders 7 Hills Moscow) sowie aus Polen und Tschechien waren sehr stark. Im Bereich Premier überraschte zudem die Mannschaft der Universidad Pinatar.

Das Ziel der Mannschaft war natürlich: möglichst viele möglichst gute Platzierungen. Eine komplexe Aufgabe für das Trainerteam Uwe Müller, Marion Lachmann, Andrea Seeger, Mattias Kaja und Norbert Messerschmitt, die Gegner richtig einzuschätzen und die eigenen Paddler so auf die Boote zu verteilen, dass das Konzept aufgeht.

Und es ging auf: Am Ende des ersten Tages nach den Rennen über 2000 Meter konnten die Neckardrachen eine respektable Medaillensammlung vorweisen: 7 x Gold, 3 x Silber und 2 x Bronze. So kann es weitergehen!

Und es ging so weiter! Der zweite Wettkampftag mit den Rennen über 200 Meter hatte mit dem vorhergesagten Regen begonnen. Es machte nicht unbedingt Spaß bei diesem Wetter um halb acht an der Regattastrecke zu stehen und sich auf das Rennen vorzubereiten. Aber die gegnerischen Mannschaften haben das gleiche Problem – und man ist ja schließlich nicht aus Zucker. Also los in die ersten Zeitläufe. Gegen Mittag lässt dann der Regen nach und am Nachmittag gibt es auch schon wieder schöne Bilder.

Überglücklich waren unsere Premier Mädels an diesem Tag. Sie lagen nach dem ersten Zeitlauf im Standard Boat auf Platz zwei hinter den Spree Sisters und im Small Boat sogar auf Platz drei. Das konnte so nicht bleiben. In beiden Booten konnten sie mit einem perfekten zweiten Lauf die Rückstände ausgleichen und standen deshalb zweimal bei der Siegerehrung in der Mitte. Toll gemacht Mädels!

Ein grandioses Finale gab es im letzten Rennen des Tages Premier Open Small Boat. Und im Neckardrachenboot hatte man sich schon über den hart erkämpften und ganz knappen Sieg gefreut. Das Zielfoto zeigte dann wie knapp es wirklich war – und dass den Neckardrachen doch ein paar Zentimeter gefehlt haben. Die drei ersten innerhalb von 6 hundertstel Sekunden, die ND als Zweiter gerade mal 5 cm hinter Dragonmasters Üröm und 20 cm vor dem Team CS Vulturi Chisnau. Kein Wunder dass das Zielgericht einige Zeit brauchte bevor das Ergebnis zusammen mit dem Zielfoto bekannt gegeben wurde.

Und auch an diesem Wettkampftag mit den Rennen über 200 Meter waren die Neckardrachen die erfolgreichste Mannschaft dieser EM. Podestplatz in allen Rennen, in Summe 6 x Gold und 7 x Silber.

Das ist eigentlich nicht mehr zu toppen. Dass es doch geht zeigten die Neckardrachen am Sonntag über 500 Meter. Bei herrlichen Wetter zeigten sie nochmals was geht. Jeder gab alles – es war der letzte Tag und niemand wollte sich schonen. Als Belohnung für ihren Einsatz wurden den Paddlern der Neckardrachen nochmals neun  Goldene und vier Silberne umgehängt.

Nach den Siegerehrungen für die letzten Rennen machten sich die meisten Paddler auf den Rückweg, viele mussten am Montag wieder arbeiten und konnten deshalb nicht mehr an der Abschlußfeier teilnehmen.

Für die Glücklichen, die an die Regatta noch ein paar Urlaubstage anhängen konnten gab es am Abend noch ein besonderes Highlight: Ein „Drachenboot-Tauziehen“ wie im Indoorcup mit zwei Mannschaften zu je 6 Paddlern, die sich im Boot gegenüber sitzen und gegeneinander paddeln. Wer den anderen wegschieben kann hat gewonnen. Im Finale standen sich dann die Neckardrachen Damen und die russischen Männer gegenüber – eine sehr ungleiche Paarung. Der Vorschlag „Mixed“ zu fahren wurde sofort angenommen und so paddelten in zwei Durchgängen die beiden ersten Deutsch-russischen Mixed Teams gegeneinander. Dass es nach zweimal 30 Sekunden paddeln keiner Mannschaft gelang das Boot auch nur zehn Zentimeter zu bewegen und das Match unentschieden ausging tat der Stimmung keinen Abbruch – gefeiert wurde trotzdem!

Mit insgesamt 22 x Gold, 14 x Silber und 2 x Bronze konnten die Neckardrachen einen gewaltigen sportlichen Erfolg verbuchen. Es wurden aber auch zahlreiche Kontakte zu anderen Mannschaften geknüpft, vielleicht gibt es demnächst eine gemeinsame Trainingseinheit mit den Norwegern und auch beim Drachenboot-Tauziehen zeigten die Neckardrachen, dass Drachenboot auch Spaß und Geselligkeit bedeutet.

Ein herzlicher Dank an unser Trainerteam, an unsere Paddler, an die Gegner und an die Veranstalter. Sie alle haben dazu beigetragen, dass uns Divonne in guter Erinnerung bleiben wird.

Einen Eindruck von der Regatta vemittelt auch die Seite " Nordkurve - Neckardrachen.race "

 

Medaillenspiegel Neckardrachen:

Bildergalerie:

Last modified onMonday, 24 August 2015 17:29
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